Northern Rock will trotz Verlusten höhere Boni
14,9 Mio. Pfund geplant - Fehlende soziale Verantwortung kritisiert
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| Boni-Zahlungen erregen die Gemüter (Foto: pixelio.de, Siegfried Fries) |
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London/München
(pte/10.03.2010/13:35) -
Das im Zuge der Finanzmarktkrise komplett verstaatlichte britische Geldhaus Northern Rock http://northernrock.com bleibt für den britischen Steuerzahler ein desaströses Verlustgeschäft. Wie die achtgrößte Bank Großbritanniens heute, Mittwoch, bekannt gab, erwirtschaftete man 2009 ein Minus vor Steuern von 257,5 Mio. Pfund (285,1 Mio. Euro). Die Verluste sind aber nicht so hoch wie befürchtet. Noch vor einem Jahr musste man einen Verlust von 1,36 Mrd. Pfund ausweisen. Wegen der "Besserung" sollen die Boni nun auf 14,9 Mio. Pfund ansteigen.
"Leistungsprinzip ausgeschaltet"
"Das Casino ist wieder eröffnet, denn nur wer Gewinne anstatt von Verlusten erwirtschaftet, hat das Recht, an der Einkommensschraube zu drehen und variable Gehaltsbestandteile zu erhöhen", erklärt Klaus Aden, Vergütungsexperte und geschäftsführender Gesellschafter bei der LAB Lachner Aden Beyer & Company http://labcompany.net, auf pressetext-Nachfrage. Die Kritik am Management ist gerechtfertigt. Auf dem Höhepunkt der Subprime-Krise 2007 geriet das Unternehmen durch Refinanzierungsschwierigkeiten massiv in die Bredouille.
Daraufhin spielten sich teils dramatische Situationen an den Bankschaltern ab. Kunden hoben zwischen dem 14. und dem 16. September des Krisenjahres zwei Mrd. Pfund von den Konten ab. Am 17. September 2007 mussten sogar die Schalteröffnungszeiten verlängert werden, um dem Ansturm gewappnet zu sein. "Northern Rock ist kein Einzelfall, wie sich auch an Beispielen in den USA zeigt. Man hat den Eindruck, dass sich Manager oft ihrer sozialen Verantwortung nicht bewusst sind und das Leistungsprinzip ausgeschaltet ist", so Aden gegenüber pressetext.
Aufspaltung gestaltet sich schwierig
Die Restrukturierung des Geschäftsmodells scheint sich trotz aller Boni-Kritik zu bewähren. Erst im vergangenen Oktober hatte die EU-Kommission grünes Licht für die Aufspaltung des Instituts gegeben. Demnach soll es sowohl eine "gute Bank" zur Weiterführung der Geschäfte und eine sogenannte "Bad Bank" für Schrottpapiere geben. Obwohl der Plan vielversprechend ist und die Verluste zurückgehen, gestaltet sich die Suche nach einem Käufer für den besseren Teil schwierig. Unter den Interessenten befand sich zeitweise sogar Virgin-Chef Richard Branson.
(Ende)
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